Deutsche Autobauer bestimmen Kurs des Obersten Bundesgerichts der USA

[englischer Text]

Viele deutsche Unternehmer setzen wenig Vertrauen in das US-amerikanische Rechtssystem. Denn Amerikaner können sie auch dort vor Gericht ziehen, wo ihre Geschäfte mit dem Kläger und dem Gerichtsort so gut wie nichts verbindet.

Mögen solche Sorgen auch übertrieben sein, es gibt doch gute Gründe, dem „langen Arm“ einer expansiven, über die USA hinausgreifenden Gerichtsbarkeit („Long-Arm Jurisdiction“) zu misstrauen. Gerichtsbarkeit bedeutet, dass ein Gericht über die gesetzliche Autorität verfügt, einen vorliegenden Fall anzuhören und darüber zu entscheiden. Und US-Gerichte machten diese Vollmacht gegen zahlreiche ausländische Firmen geltend, bei denen ein „Mindestkontakt“ zum jeweiligen Verhandlungsort gegeben ist.

Copy of 12088652

Kürzlich gelang es allerdings einem deutschen Unternehmen, der Daimler A.G., sich erfolgreich gegen die amerikanische Vorliebe für ein, wie manche meinen, imperialistisches Konzept von Gerichtsbarkeit zu verteidigen.

Weiterlesen…


German Company Once Again in Driver’s Seat on Jurisdiction

Source: Roberto Fiadone

Source: Roberto Fiadone

[German version]

Many German entrepreneurs instinctively distrust the United States’ legal system due to the ability of American litigants to sue them in a court where their business may have as good as nothing to do with the people suing or the location of the court.

Although this concern can be exaggerated, there are nevertheless good reasons to distrust the expansive nature of “Long-Arm Jurisdiction.” Jurisdiction denotes the legal authority of a court to hear and decide a given dispute – and American courts have exerted this authority over many foreign companies that have “minimum contacts” to a given forum.

Recently, however, it was a German company, Daimler A.G., that successfully defended itself from the United State’s penchant to exercise what some would call an imperialistic concept of jurisdiction.

More…


Unternehmen vor Gericht

[englischer Text]

Am 19. März 2014 gaben der weltgrößte Autobauer, die Toyota Motor Company, und das US-amerikanische Justizministerium eine gemeinsame Vereinbarung über die Zurückstellung von Strafverfolgung („Deferred Prosecution Agreement“) bekannt. Toyota erklärte sich danach zur Zahlung von 1,2 Milliarden US-Dollar bereit, um einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.

Fotolia_15101660_XS-225x225

Deutschen Juristen dürften „Schuld und Sühne“ der Firma Toyota eher wie eine Verwaltungsmaßnahme erscheinen. Jedoch kam die gewaltige Strafzahlung durch Androhung einer Strafverfolgung zustande und die Firma Toyota mußte sich nicht etwa als natürliche, sondern als juristische Person strafrechtlich verantworten – eine in Deutschland unbekannte Situation.

Weiterlesen…


Big Businesses on Trial

[German version]

On March 19, 2014, the world’s largest carmaker, Toyota Motor Corporation, and the United States Justice department announced a “Deferred Prosecution Agreement” under which Toyota agreed to pay the United States $1.2 billion as a financial penalty to avoid criminal prosecution.

uncle sam on car

The crime and punishment of Toyota will strike German lawyers as more like a regulatory action. Yet the huge financial penalty resulted from threatened criminal prosecution and, unlike in Germany, Toyota — as a legal person — rather than any natural person was the criminal defendant.

More…