Was tun? Deutsche Firmen und die neue amerikanische Politik

[englischer Text]

Eine aktuelle Untersuchung zur deutsche Automobil-Industrie, die unlängst von der deutschen Gruppe der global agierenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young veröffentlicht wurde, zeigt legale und taktische Wege auf, wie deutsche Unternehmen in einem neuen Umfeld amerikanisch-deutscher Beziehungen vorankommen (oder verhandeln) können.

Die Schreibfabrik/wikimedia

Die Schreibfabrik/wikimedia

Soviel lässt sich über deutsche Unternehmen in den USA mit Sicherheit sagen: sie erzeugen nicht bloß Jobs, sondern tendieren auch dazu, Zentren einer dynamischen Exportwirtschaft zu werden. Außerdem fördern deutsche Unternehmen oft die Konzentration technologisch innovativer Branchen wie Robotik, Ultraleicht-Konstruktion, Batterietechnologie, Elektromotoren- und medizinischer Gerätebau, Informatik u.a.m.

Deutsche Firmen, die in den Vereinigten Staaten investieren, tun dies nicht nur, um Zutritt zum U.S.-Binnenmarkt zu bekommen. Sie sind in diesem Revier auch auf Partnersuche in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Wie die Studie von Ernst & Young deutlich macht, ist dies von gegenseitigem Nutzen.

Genau das sollten deutsche Unternehmen, ob groß oder klein, in Washington und gegenüber den bundesstaatlichen Regierungen deutlich machen.

Ein Beispiel gibt die genannte Untersuchung. Nach Auskunft des Verbandes der Automobilindustrie importieren die USA jährlich Fahrzeuge in einer Größenordnung von 815.000 Stück. Seit 2009 haben die drei größten deutschen Autohersteller – BMW, Daimler und Volkswagen – den Ausstoß ihrer Firmen in den USA vervierfacht. Heute rollen pro Jahr knapp 810.000 Neuwagen von deren amerikanischen Fließbändern. Doch nur 41 Prozent hiervon kaufen amerikanische Kunden; der größere Teil wird aus den USA exportiert. Die deutschen Autohersteller zählen somit zu den grössten U.S. Exportunternehmen. 

Und das nicht nur in diesem Industriezweig. In den jeweiligen Regionen wirken deutsche Unternehmen mit US-Niederlassungen als Jobmotoren und sorgen für Innovationen.

In Connecticut, einem vergleichsweise kleinen Bundesstaat, haben sich beispielsweise über 54 deutsche Unternehmen angesiedelt. Und auch amerikanische Firmen haben in großem Umfang Tochtergesellschaften in Deutschland gegründet.

Es sollte deutschen Unternehmern eine Hauptanliegen sein, dass unsere Politiker auf föderaler Ebene und in den Bundesstaaten diese enge Verflechtung erkennen. In Connecticut sind deutsche Firmen mit einem Anteil von insgesamt 10,8 Prozent der zweitstärkste Exporteur. Im Vergleich dazu ist Deutschland als Außenhandelspartner der Vereinigten Staaten weniger wichtig (Rang 6). So also haben deutsche Firmen in Connecticut (und in anderen Bundesstaaten) einen überproportionalen Anteil an der heimischen Wirtschaftsleistung.

Bei aller populistischen Rhetorik dieser Tage: ein „America First“ ohne deutsche Firmen kann es nicht geben.